Ultraeffizienz – was ist das?

Ultraeffizienz – das ist die Vision einer symbiotisch-verlustfreien Produktion in einer lebenswerten Umgebung.

Der neuartige Ansatz bringt Effizienz (so wenig wie möglich) und Effektivität (ökologisch möglichst unbedenklich) miteinander in Einklang und entwickelt sie weiter zur Ultraeffizienz. Damit steht nicht mehr nur die Produktion im Fokus der Betrachtung, sondern auch ihr Umfeld. Der gesamtheitliche Ansatz verfolgt das Ziel, auf technisch höchstem Niveau effizient und effektiv zu produzieren, dabei die Umweltbelastung zu minimieren oder zu vermeiden und die dabei zwangsweise auftretenden Zielkonflikte zu lösen. Was wird dabei konkret angestrebt? Zum Beispiel verschwendungsfrei zu produzieren, Synergien mit dem urbanen Umfeld herzustellen, Ressourcen ökonomisch, ökologisch und sozial einzusetzen, den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen und über Bestehendes hinauszudenken.

Das Konzept der Ultraeffizienzfabrik unterscheidet fünf Handlungsfelder: Energie, Material, Emissionen, Mensch und Organisation. In diesen fünf Bereiche liegt das Potenzial zur Optimierung. Entscheidend ist, dabei eine gesamtheitliche Betrachtungsweise einzunehmen. Das bedeutet einerseits sämtliche Handlungsfelder einzuschließen, also alle im Einzelnen und gemeinsam in der Zusammenschau zu überprüfen. Andererseits ist damit gemeint, nicht am Werkstor Halt zu machen, sondern das Umfeld als lebenswerte Umgebung mitzudenken. In dieser integrativen Perspektive unterscheidet sich die Ultraeffizienzfabrik von anderen Konzepten.

Zwischen den fünf Handlungsfeldern sollen keine miteinander konkurrierenden Handlungsstränge erzeugt werden. Bei deren Optimierung sollen vielmehr sämtliche Zusammenhänge und Wechselwirkungen beachtet werden. Eine Verbesserung in einem Feld sollte möglichst keine Belastung in einem anderen mit sich bringen. Dadurch, dass der Fokus nicht isoliert auf ein einzelnes Handlungsfeld, sondern auf das ganze Unternehmen gerichtet ist, entstehen automatisch Zielkonflikte. Sie sollen von Vornherein mitbedacht und adressiert werden.

Konzept für Unternehmen aller Größen und Branchen

Da jedes Unternehmen einzigartig ist, kann es keinen standardisierten Weg zur Ultraeffizienz geben. Ein weiterer Grund dafür ist die ganzheitliche Betrachtungsweise. Beides macht es erforderlich, jedes Unternehmen individuell unter die Lupe zu nehmen, Potenziale der Ultraeffizienz für jeden Einzelfall zu definieren und ein darauf zugeschnittenes Konzept zu entwickeln. Eine der wichtigsten Grundlagen für die Umsetzung einer Ultraeffizienzfabrik ist es, größtmögliche Transparenz zu schaffen, unter anderem über Stoff- und Energieflüsse, Prozesse und Tätigkeiten. Deshalb eignet sich das Leitbild Ultraeffizienzfabrik für Unternehmen aller Größen und aller Branchen.

Spielraum für große Entwicklungsschritte

Der Schritt vom Ausgangspunkt hin zur angestrebten Vision ist bei diesem Konzept vergleichsweise groß – und das mit Absicht. Grund dafür ist der Anspruch, nicht ausschließlich kleine Verbesserungen anzustreben. Aus dieser Herangehensweise ergibt sich größeres Potenzial: Die Vision setzt Anreize, Spielraum für große Entwicklungsschritte lassen. Dass nicht unbedingt vom bestehenden Zustand ausgegangen wird, um realistische, aber kleine Fortschritte zu erzielen, ist also gewollt. Die Bezeichnung „Ultraeffizienz“ – im Sinne einer Effizienz, die größer ist, als das, was derzeit realistisch machbar ist, – transportiert diese Denkweise. Wie groß die Schritte sind, die auf dem Weg zur Ultraeffizienzfabrik genommen werden, und wie sie konkret aussehen, hängt vom einzelnen Unternehmen ab.

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